Gekippte Teedose

Kleine Geschichte des Tees und des Teegenusses

- Tee

Tee ist eines der ältesten Heißgetränke überhaupt. Im Jahre 2737 v. Chr. soll der Wind ein paar Blätter eines nahen Teestrauches in das sprudelnd heiße Wasser des chinesischen Kaisers Shen-Nung geweht haben. Das waren noch Zeiten, als sich ein Kaiser mit heißem Wasser als Getränk begnügte! Was aber nun in seiner Tasse dampfte, fand er so köstlich, dass dieser Augenblick als die Geburtsstunde des Tees bezeichnen werden könnte ? wenn man einer alten Legende glauben will. Erst viele Jahrhunderte später brachten Portugiesen, Engländer und Holländer Tee aus Indien und Ceylon per Schiff im 17. Jahrhundert nach Europa. Die ?British East Indian Company?, die maßgeblich am Aufstieg Englands zur Weltmacht beteiligt war, handelte nicht zuletzt mit Tee. Der Tee wurde (und ist bis heute) fester Bestandteil der britischen Lebenskultur, die nachmittägliche ?Teatime? wird von keinem Briten versäumt. Und der ?early morning tea?, um 5 Uhr ans Bett gebracht, ist auch heute noch in vielen Familien festes Ritual.

Von den britischen Inseln über die Niederlande und Norddeutschland, die noch heute Hochburgen des wahren Teegenusses sind, breitete sich der Tee, vor allem der Schwarze Tee, über ganz Europa aus ? wo man bis dahin nur Tee aus heimischen Kräutern wie Kamille, Pfefferminze oder Lindenblüten als Arznei konsumiert hatte. Ab etwa 1990 wurde der grüne Tee speziell in Deutschland populär, ihm folgte in der Popularitätskurve der Rooibos-Tee aus Südafrika, während der südamerikanische Mate- und der Lapacho-Tee trotz aller Bemühungen der Teehandelshäuser keine rechte Marktstellung in unseren Breiten erlangen konnten.

Ob wir durch eine Tasse Tee zu innerer Ruhe und Gelassenheit finden oder eine anregende Wirkung erzielen wollen ? Tee bietet seit Jahrtausenden viele Facetten des Genusses. Es gibt eine Vielzahl von Teesorten und viele verschiedene Arten der Zubereitung. Zu einer kultischen Handlung entwickelte sich die Teezubereitung in Japan, wo

Geishas in einem ritualisierten Zeremoniell ihren Kunden den Tee zubereiteten und servierten.

Man unterscheidet hauptsächlich zwischen zwei Sorten von Tee, dem Schwarzen und dem Grünen Tee. Beide stammen von derselben Pflanze, verschieden ist nur die Verarbeitung der Blätter. Der Schwarze Tee fermentiert nach dem Anwelken und bekommt erst so seine dunkle Blatt- und Aufgussfarbe. Neben dem Schwarzen Tee zählen auch noch der halbfermentierten Oolongtee und der nachfermentierte Pu-Erh-Tee zu den fermentierten Tees.

Die Blätter des Grünen Tees werden im Gegensatz dazu schonend verarbeitet, sie werden nach der Pflückung vorsichtig gedämpft und getrocknet. Auf diese Weise bleiben die Farbe und viele gesunde Bestandteile des Grünen Tees erhalten.

Es gibt viele verschiedene Sorten des Schwarzen Tees, die man je nach Herkunft und Qualität unterscheidet. Besonders beliebt sind der blumige, goldgelbe Darjeeling und der dunkle, kräftige Assam aus den gleichnamigen Hochland-Anbaugebieten im Norden Indiens. Bedeutend bei der Ernte sind vor allem der first und second flush. Gegenüber der kräftigen Sommerpflückung (second flush) ist die Frühlingspflückung (first flush) leichter und heller. Schwarzer Tee ist durch seine Beschaffenheit und seinen Geschmack auch bestens für die Anreicherung mit hochwertigen Aromen geeignet, deren bekannteste Sorte der ?Earl Grey? sein dürfte. Zubereitet werden sollte eine Tasse Schwarzer Tee, indem das Teewasser kurz aufgekocht wird und dann die losen Blätter in der Kanne mit dem Wasser übergossen werden. Um eine anregende Wirkung zu erzielen, sollte man den Tee nicht länger als drei Minuten ziehen lassen.

Der Grüne Tee galt vor allem im Fernen Osten schon immer als Lebenselixier und wird als Heilmittel in der traditionellen Medizin eingesetzt. Auch hierzulande erfreut er sich immer größerer Beliebtheit, da er das Immunsystem stärkt und bei Problemen wie Müdigkeit und Kopfschmerzen hilft. Er enthält im Vergleich zum Schwarzen Tee weniger Koffein, sodass er eine milde Wirkung hat und den Geist reinigt. Letzteres mag man glauben oder nicht. Grüne Spitzentees wie Gyokuro (?edler Tautropfen?) oder Matcha (?gemahlener Tee?) werden bis zu 60 Jahre gelagert und sind fester Bestandteil der japanischen Teezeremonie.

Als edelster Tee der Welt gilt der Weiße Tee, der mystische Namen wie ?weiße Pfingstrose? (Pai Mu Tan) oder ?Silbernadel? (Yin Zhen) trägt. Obwohl der Weiße Tee eine eigenständige Herstellungsmethode hat, wird er oft fälschlicherweise als spezielle Sorte des Grünen Tees bezeichnet. Der Weiße Tee verdankt seinen Namen den jungen und aromatischen Trieben des Großen Weißteebusches, die ein silbriger Flaum umgibt. Die ungeöffneten Blattknospen werden einzeln per Hand gepflückt ? für ein Kilo Tee benötigt man rund 30.000 Knospen. Ebenso wie dem Schwarzen und dem Grünen Tee wird auch dem ?Kaiser unter den Tees? eine anregende Wirkung nachgesagt. Einmal aufgegossen, hat der Tee natürlich keine weiße Farbe, sondern eine gelbliche.

Ob wir einfach unseren Durst löschen möchten, an der gesundheitsfördernden Wirkung von Tee interessiert sind, oder ob wir uns in einer von Hektik bestimmten Welt nach einem Moment der Ruhe und Entspannung sehnen ? guter Tee ist ein immer Genuss. Auch,

wenn keine Geisha zugegen ist...

Foto(s): www.tea-exclusive.de

 

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